Archive for Nov. 2005

sambassadeur : sambassadeur

sambassadeur - sambassadeur

bereits erschienen [labrador]

labrador……, oh labrador!
the legends, tribeca, edson, corduroy utd., douglas heart, the radio dept., south ambulance und und und… – gibt es überhaupt irgendeine wirklich schlechte band auf dem schwedischen “super-label“ labrador? ich sage: nein!
nun also sambassadeur aus göteburg. und wie sollte es anders sein… – wieder toll!
auf ihrem debütalbum machen die drei schweden + eine schwedin indiepop, wie indiepop sein sollte, nämlich verträumt schön! ich sage go-betweens, ich sage belle & sebastian, ich sage velvet underground (sängerin anna persson ist die millionste reinkarnation von nico, aber egal, weil toll!), ich sage jesus & mary chains, ich sage the magnetic fields, ich sage the radio dept. […ohne krach].
erwähnenswert ist, dass die band ohne “richtigen“ schlagzeuger auskommt. die lücke wird elegant durch drumcomputer und diverse percusionelemente geschlossen. wollten wohl alle gitarre spielen, denn im gegensatz zum mangel an schlagzeugern, gibt es ein überangebot an gitarristen [drei!] – was den songs eine nicht zu verachtende, und auf jeden fall, zu bewundernde dichte verleiht.
was bleibt? sambassadeur machen eines der bisher schönsten indiepopalben des jahres. es ist alles dabei… – minimalistische lofi-balladen, verträumte gitarrenwände, serge gainsbourg – coverversionen, verkannte welthits!

the honest johns : meteor

meteor

bereits erschienen [firestation records]

einmal hören und der fall scheint klar: 80’er jahre indiepop, der sich sehr seinem housemartins – fantum hingibt. ganz nett, aber es bleibt irgendwie nichts hängen.
bevor wir uns dem großen ABER widmen, erst mal die fakten. the honest johns kommen aus newcastle und haben während ihrer ersten schaffensphase von 1986 bis 1990 gerademahl eine single veröffentlicht. man kann also nicht gerade von einer langen produktiven bandkariere sprechen. anfang der 90’re jahre war dann auch erst mal schluß. bis sich 2001 das berliner firestation label meldete und nach songs für die the sound of leamington spa – reihe anfragte. also wurden 16 songs über den kanal geschickt, von denen sich dann auch judas in me singing auf dem zweiten teil des besagten sampler wiederfand. bleiben also noch 15 songs. 11 davon, plus judas in me singing, finden sich auf dem jetzt erschienenen album meteor wieder. die damen und herren von firestation scheinen also beeindruckt.
wo wir auch schon beim großen ABER angelangt wären. was beim ersten und zweiten hören einfach so durchrauscht, entwickelt nach mehrmaligen hören kontur. wenn man dann noch den “housemartins-plagiats-vorwurf“, vorwurf sein lässt, entwickelt sich meteor zu einem mehr als hörenswertem Album.
beispiele…? aber gerne: hollywood affair ist einfach nur schön. two dead marias ein kleiner hit. dust and lungs and wings mal nicht nur housemartins, sondern mindestens zur hälfte go-betweens, plus eine in schlichter künstlichkeit schon fast an minimal techno erinnernden basslinie!? sowieso fragt man sich des öfteren: „wollten die das so, oder ist das alles nur totaler zufall?“ wie z.b. bei sunday city misery, das durch die eher mäßige produktion, wie ein entspannter lofi-song daher kommt, der auch dem letztem adam green – album gut zu gesicht gestanden hätte. man weiß es nicht. genauso, ob die auf winding road erzeugte bauernhofidylle schlechtem geschmack oder einer gehörigen portion ironie zuzuschreiben ist. eigentlich auch egal.
es bleibt festzuhalten: es gibt viel zu entdecken, und ob das nun gut oder schlecht, zufall oder nicht ist, muß jeder selbst entscheiden. vielleicht bringt auch das 2006 erscheinende neue, erste reguläre album der honest johns licht ins dunkel. die heute etwas älteren herren haben sich nämlich, im zuge der neu aufkommenden aufmerksamkeit wieder zusammengerauft und angefangen neue songs zu schreiben. man darf gespannt sein.