Archive for Okt. 2006

[video der woche] +++ simian mobile disco : hustler +++

sooo, mal schön gegensätze schaffen! nach niedlichem indiepop von mojave 3 ein wenig “sex & disco” von simian mobile disco. der nme nennt das “new rave revolution”. auf jeden fall schönes video… ;-)

[video der woche] +++ mojave 3 : breaking the ice +++

ein großartiges stück musik von der band, die mal slowdive war. “puzzles like you ist das popalbum des jahres!?” sagt daniel.

the legends : facts and figures

the legends : facts and figures

vö: 06.11.06 [labrador/broken silence]

the legends die dritte! die frage aller fragen vor dem ersten hörgenuss des neuen albums facts and figures ist weniger die qualität – es gibt eigentlich kein album an dem the legends-mastermind johan angergÃ¥rd mitgewirkt hat, das auch nur im ansatz die bezeichnung schlecht verdient [siehe club 8 und die acid house kings]. die frage ist eher: welchen stil verfolgen the legends diesmal? schwungvoller 80′s gitarrenpop, wie auf dem debütalbum up against the legends oder doch wieder düsterer 80′s elektropop, wie auf album nr.2 public radio?
also das licht gedämpft, trommelwirbel, tusch, tatatata… – es sind [überraschung] wieder die achtziger, und es wird wie schon auf public radio, dem auf “hochglanz polierten elektropop-hymnen” gefrönt! im vergleich zum vorgänger public radio aber mit leicht anderen mitteln – d.h. weniger the cure- und joy division-, dafür mehr new order- und pet shop boys-einflüsse. auch ein nicht unwesentlicher einfluss “teutonischer tanzmusik” ist nicht von der hand zu weisen. alles nicht mehr ganz so düster und zum teil recht schwungvoll. ich sag nur eurodisco! ;-) man höre nur disco sucks und darling. es muß sowieso festgestellt werden das die “tanzhitdichte” auf facts and figures wieder annährend so hoch ist wie auf album nr.1 up against the legends – bloß mit ganz anderen mitteln. wobei public radio immer wieder durchklingt. beispielweise wäre mein absolutes lieblingsstück vom neuen album, das melancholische closer auch nicht weiter auf public radio aufgefallen.
facts and figures ist der nächste logische schritt im the legends-universum. nicht der große bruch wie nach dem debütalbum up against the legends, sondern eine weiterführung des bisher erreichten. mit knapp 35 minuten außerdem, das bisher längste aller the legends-alben! ;-)
ach, fast vergessen – facts and figures ist gut bis super! aber etwas anderes war ja auch nicht zu erwarten…

eskobar : eskobar

bereits erschienen [tenstaag/cargo]

wenn man von einer langen reise zurückkehrt, fühlt sich das eigene bett immer besonders wohlig an, man freut sich auf den ersten gemütlichen kaffee in der küche, seufzt und denkt “auch wenn das so ein beliebter allgemeinplatz ist, aber zuhause ist es doch am schönsten”.

eskobar haben eine ziemlich lange reise hinter sich. nachdem ihr wunderbares debüt til we’re dead im jahre 2000 ihnen so viele herzen hatte zufliegen lassen, beschlossen die drei jungen schweden ihrer heimat den rücken zu kehren und sich ins coole london aufzumachen.
dort fanden sie viele neue freunde, darunter leider auch solche, die ihnen sagten, dass die neue platte noch viel besser und erfolgreicher werden würde, wenn man ein bisschen mehr klingen würde wie coldplay mit etwas elektronischen schickschnack und eine gastsängerin bräuchte man auch, am besten heather nova. there’s only now war kommerziell außerordentlich erfolgreich [und sogar einmal pro7 entertainment tipp der woche], verschreckte aber auch einige hörer, die grade in den ruhigen, schwermütigen songs des debüts das besondere sahen, das eskobar von vielen damaligen britpopbands unterschied. aber für die drei ging es erst einmal rund um den globus, denn erfolg verpflichtet bekanntlich.

nun sind eskobar, so scheint es, mit ihrem vierten album weder zu hause angekommen, schlendern durch schweden, angeln und fühlen sich anscheinend pudelwohl. dazu passend spielen sie wieder genau die musik, mit der sie angefangen haben.
und das ist sehr ruhige, immer ein wenig herbstlich schwermütige musik und natürlich gehts oftmals um das größte thema der welt, die liebe.

dabei steht musikalisch die stimme von sänger daniel bellqvist über allem, oftmals kommt nur eine akustikgitarre oder ein zurückhaltendes schlagzeug hinzu und trotzdem hört man gespannt zu. die stimmung des albums ist sehr intim, die melodien sind fantastisch und gehen einem spätestens nach dem dritten hören nicht mehr aus dem kopf

ein leises meisterwerk, bei dem das durchgehend dezente schlagzeugspiel besonders auffällt. richtig laut wird es in keinem song, stattdessen dominiert der pop der leisen töne. das trio hat die zehn songs diesmal live im studio eingespielt, was dem album ausnehmend gut bekam.

es ist einfach eine platte für regnerische tage, für kaffee und zigaretten am fenster, eine herbstplatte [eine reine herbstplatte würde dittsche wohl mahnen].
meine besonderen lieblinge sind das fabelhafte immortality und das schlussstück champagne, letzteres besonders wegen dem schönen resumee der reise “i lost my mind, my heart and my digintiy all over the world” aber am ende versöhnlich “and all the girls – oh god I had fun”.
hab ich mir immer gedacht.

[in concert] *pelle carlberg*

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konzerbericht / 29.09.06 / prinzenbar hamburg

ziemlich genau ein halbes jahr ist es her, dass pelle carlberg sein letztes konzert in hamburg gegeben hat. da noch in der arg kleinen astrastube, diesmal nun also in der gut gefüllten prinzenbar.
die war schön hergerichtet: auf allen tischen standen schöne blumensträuße und diverse leckereien, u.a. auch süße herzen. die erklärung war ein anwesendes hochzeitspaar, das just an dem tag geheiratet hatte. dementsprechend war die stimmung sehr gut und ausgelassen, als pelle carlberg die bühne betrat.
wie schon in der astrastube hatte er wieder seine ein-mann-backingband. der bassist von carlbergs vorheriger band edson spielte bass, klavier, mundharmonika und das seltsame schlagzeug: ein koffer, der als bassdrum diente und eine aufrecht stehende snare, die ebenfalls mit einer fußmaschine bedient wurde. manchmal spielte die “band” sogar bass, “schlagzeug” und mundharmonika gleichzeitig. sehr beeindruckend! und tatsächlich fehlte es den songs an nichts, zumal carlberg selber gitarre spielte.
der sound war leider nicht so doll, und die beats aus dem d-club nebenan klangen besonders in den ruhigen songs herüber, was aber bei der guten stimmung gar nicht so schlimm war.
carlberg erwies sich wieder einmal als sympathischer und mitreißender entertainer! er erzählte viel und versuchte sogar ein liebeslied für das neue ehepaar zu spielen, musste aber feststellen, dass es leider keine wirklichen liebeslieder von ihm gibt. so gab es mit 148020 stattdessen einen edson-song über freundschaft. die songauswahl war überhaupt wieder sehr gelungen. so spielte er neben seinen solo-hits musikbyran makes me wanna smoke crack, go to hell, miss rydell und riverbank gleich mehrere edson-songs wie auch das wunderschöne and then she flung me the truth. einen lovesong gabs dann doch noch: das cover i believe in a thing called love von the darkness, das carlberg alleine an der akustikgitarre spielte. super version!
nach nur einer stunde war das konzert inklusive zugaben leider schon vorbei. aber wenn sich das weiter so rumspricht…vielleicht beehrt uns pelle carlberg ja in einem halben jahr wieder – dann im grünspan?
[volker kindt für revolver-club.de]